Bloghütte http://bloghuette.posterous.com Most recent posts at Bloghütte posterous.com Thu, 10 May 2012 14:43:00 -0700 Die Angst vorm Diskutieren http://bloghuette.posterous.com/die-angst-vorm-diskutieren http://bloghuette.posterous.com/die-angst-vorm-diskutieren

Auch über (Zeitungs-)Inhalte wurde beim European News Paper Congress in Wien gesprochen. Experten diskutierten über die Zunahme von Angstthemen in den Medien. Nein, stopp: Diskutieren ist an dieser Stelle das falsche Wort, denn eigentlich waren alle einer Meinung. Ihre Forderung: ein verantwortungsvoller Umgang mit Angstthemen. Wer hätte das gedacht? Ich will nicht sagen, dass der Runde ein Teilnehmer fehlte, der einen verantwortungslosen Umgang mit Angstthemen gefordert hätte. Aber ein Vertreter einer Boulevardzeitung hätte der Diskussionsrunde sicher gut getan. Ein paar Informationen blieben aber dennoch hängen: Etwa die von Prof. Jürgen Grimm von der Universität Wien, der erklärte, die Leser würden sich nicht gerne Angst einjagen lassen, sondern hätten vielmehr einen "Angstbewältigungsbedarf". Schlagzeilen der Bildzeitung wie "Niemand ist mehr sicher: TERROR kommt immer näher" dürften in diesem Fall ja sehr hilfreich sein. Vielleicht ist das aber auch ein neuartiger Therapieansatz: Angstbewältigung durch die Erzeugung von Panik. Scherz beiseite, Prof. Grimm hat ja sicher Recht. Den verantwortungsvollen Umgang mit Angstthemen müssen einige Boulevardblätter aber sicher noch lernen, zumal Katastrophen und Kriege auch in Zukunft noch die Hauptrolle in Zeitungen spielen werden. Chefredakteur Carsten Erdmann von der Berliner Morgenpost erklärte, warum das so ist: "Die Wirtschaftskrise wirkt sich auf den Einzelverkauf nicht aus." Auf den nächsten Super-GAU werden deshalb aber sicher auch die ambitioniertesten Boulevard-Redakteuere nicht hoffen.  

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Wed, 09 May 2012 22:13:00 -0700 Rockstar oder Zeitungsdesigner? http://bloghuette.posterous.com/rockstar-oder-zeitungsdesigner http://bloghuette.posterous.com/rockstar-oder-zeitungsdesigner

Vidar Herre hatte seinen Auftritt beim European Newspaper Congress (ENC) inszeniert wie kein anderer. Aus den Boxen dröhnte Led Zeppelins "Whole Lotta Love", ein Film zeigte ihn, den Fotografen und Designer der norwegischen Zeitung Hordaland, mit Sonnenbrille, Bart, langen Haaren und Mantel bei einer spektakulären Mission: Mit Hubschrauer, Fallschirm und unter Einsatz seines Lebens schaffte Herre es schließlich, auch die nächste Ausgabe von Hordaland auf den Weg zu bringen und diese dann auch gleich noch selbst zu verteilen. Unglaublich .... und natürlich auch nicht ernst gemeint. Herre machte sich durch seine grandiose Inszenierung zum Star des ENC 2012. Der Norweger, der optisch auch als Mitglied einer skandinavischen Rockband durchgehen würde, ist aber nicht nur wegen seines Auftretens erwähnenswert: Hordaland räumte in Wien nämlich den Preis als "Local newspaper of the year" ab. Außerdem zeigte Herre, dass "Visual storytelling" nicht nur bei den Magazinen großer Zeitungen, sondern auch bei einer kleinen Lokalzeitung mit einer Auflage von 9500 Stück funktionieren kann. Die Voraussetzung: starke Bilder mit viel Aussagekraft. Bei Hordaland nehmen diese oft sogar - zumindest auf der Titelseite - deutlich mehr Raum ein als der Text. Dass das bei regionalen Tageszeitungen in Deutschland natürlich nicht 1:1 umsetzbar ist, dürfte klar sein. Was uns Herre sagen wollte, ist: mehr Mut zum Bild - zu einem sehr guten natürlich.

Vidarherre

Vidar Herre

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Wed, 09 May 2012 04:58:00 -0700 Online-Strategien: Über, durch oder gegen die Wand? http://bloghuette.posterous.com/uber-durch-oder-gegen-die-wand-oder-einen-gan http://bloghuette.posterous.com/uber-durch-oder-gegen-die-wand-oder-einen-gan

Der European Newspaper Congress (ENC) in Wien ist eigentlich eine Veranstaltung für Chefredakteure und Art-Direktoren. Ich bin weder das eine, noch das andere. Und trotzdem war ich in den vergangenen beiden Tagen dabei, weil es die Chefredaktion der Rhein-Zeitung für eine gute Idee hielt, einen Redakteur des Personalentwicklungsprogramms „Campus“ mit nach Österreich zu schicken. Dass die Wahl auf mich fiel, hielt ich wiederum für eine sehr gute Idee. Denn beim ENC werden nicht nur Preise für die besten europäischen Zeitungen und für besonders kreative Titelseiten, Grafiken und mehr verliehen. Der Kongress ist auch eine Momentaufnahme, denn er zeigt ganz genau, wie es um die Zeitungsmacher in Europa steht, was für Probleme sie haben und wo sie die Herausforderungen für die Zukunft sehen. Mein Fazit: Abgesehen von sinkenden Auflagezahlen könnte die Branche eigentlich äußerst Selbstbewusst nach vorne blicken, denn noch nie waren Zeitungsseiten optisch so attraktiv wie heute. Das zeigten vor allem die mit einem European Newspaper Award ausgezeichneten Seiten, die in der Wiener Messe ausgestellt waren. Dumm nur, dass es da noch dieses Mysterium namens Internet gibt, das den Zeitungsmachern das Leben schwer macht, weil es wegen seiner unendliche Menge an Informationen und seiner Unkontrollierbarkeit eine schier übermächtige Konkurrenz darstellt.

 

Der Trend geht zur Paywall 

Dass das Internet keine temporäre Erscheinung ist, dürfte inzwischen jedem klar geworden sein. Deswegen sind fast alle Medienmacher zu der Ansicht gekommen, dass man es zu seinem Vorteil nutzen muss. Nur wie? Darüber gehen die Meinungen noch immer auseinander. Das hat der ENC deutlich  gezeigt. Immerhin gibt’s wohl einen Trend, zumindest war das Wort Paywall eines der meist genutzten des Kongresses. Durch eine solche Paywall wollen viele Zeitungen einen bestimmten Teil der Inhalte ihres Onlineauftritts nur noch gegen Bezahlung freigeben. Dass kann zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen, wie Virginie Fortun von „Le Temps“ in Genf aus eigener Erfahrung berichtete. Im weiteren Verlauf des Kongresses zeigte sich aber schnell, dass viele der Paywall die Anhängerschaft verweigern. Allen voran Michael Praetorius: Der Journalist und Medienberater aus München, der in seinem kurzweiligen Vortrag für eine noch stärkere Nutzung von Facebook, Twitter und Co. eintrat, sagte: „Man kann nicht über soziale Netzwerke versuchen, Reichweite aufzubauen, und die Nutzer dann gegen eine Paywall laufen lassen.“

Dieser Gefahr sind sich viele natürlich bewusst. George Nimeh von kurier.at sagt zum Beispiel: „Paywalls, die für alle Inhalte gelten, haben keine Zukunft.“ Deshalb soll die Wand bildlich gesehen jetzt in vielen Fällen weiter hinten aufgebaut werden, sodass der Nutzer erst nach einer bestimmten Anzahl gelesener Artikel zum Zahlen aufgefordert wird. Eine andere Möglichkeit bietet eine „löchrige“ Paywall, die einige Inhalte frei nutzbar macht und andere wiederum nicht. „Man muss genau analysieren, für welche Inhalte Geld verlangt wird“, so Nimeh. Die europäischen Zeitungsmacher sind also auch in Sachen Paywall weiter zum Experimentieren gezwungen. Denn all der Aufwand, der in den vergangenen Jahren betrieben wurde, um das Internet für die Zeitungen zu erschließen, sollte sich langsam mal auszahlen – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Eine sichere Methode, wie Zeitungen mit Onlineinhalten Geld verdienen kann, hatte auch beim ENC keiner der Referenten parat.

 

„Digital first“, „Print first“, „Social Media first“: Ja, was denn nun? 

Zumal ja noch immer niemand weiß, für welches Endgerät die digitalen Inhalte produziert werden sollen. Für das i-pad, das i-phone, das Notebook oder den guten alten PC zu Hause? Jochen Wegner, Berater für digitale Strategien, wagte die These: „Das alles wird nur ein kleiner Mosaikstein sein. Das nächste große Ding ist noch nicht zu sehen.“ Der Medienberater-Guru Juan Antonio Giner von der Innovation International Media Consulting Group in London glaubt hingegen in den Tablet-PCs das nächste große Ding ausgemacht zu haben. Die Frage, die ihn umtreibt lautet daher schon: „Wie kann man die Inhalte für diesen Tablet produzieren?“ Doch ist das wirklich schon so klar? Vor allem so klar, dass man Giner deshalb gleich seine ganzes Konzept inklusive Installation eines revolutionären Newsrooms (für viel Geld) abkauft? Ich wäre da vorsichtig. Aber vielleicht ist inzwischen die Zeit gekommen, etwas mutiger zu werden.

Einig waren sich fast alle in Wien versammelten Experten, dass die Verlagshäuser an einer Mobilstrategie arbeiten müssen. Und diese wird wohl in vielen Fällen mehrgleisig ausgelegt sein. Eine E-Paper-App und eine Paywall werden sich dabei nicht gegenseitig ausschließen. Und Social Media erst recht nicht. Zumal es dazu oft einfach nur eines Umdenkens bedarf. Man müsse die über Social Media mit den Lesern geknüpften Netzwerke als Infrastruktur begreifen und Inhalte zur Verfügung stellen, die – wie bei Facebook und Twitter auch – teilbar sind, sagt Michael Praetorius. Sein Leitsatz: „Zuerst an den Link denken.“ Wer sich also selbst ein großes Netzwerk aufbaut, kann auch viele Menschen erreichen. Ein guter Ansatz, den man auch möglichst schnell beherzigen sollte, bevor es andere tun und nachher niemand da ist, den man erreichen kann. Wie man daraus schließlich Geld macht, wird die Zukunft zeigen.

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Mon, 07 May 2012 08:59:00 -0700 Besondere Eindrücke vom European Newspaper Congress http://bloghuette.posterous.com/besondere-eindrucke-vom-european-newspaper-co http://bloghuette.posterous.com/besondere-eindrucke-vom-european-newspaper-co

Natürlich darf eine Tatsache nicht verschwiegen werden: Auch die Rhein-Zeitung gehört zu den Award-Gewinnern des Jahres ...

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... und muss sich zwischen all den attraktiven Seiten der Konkurrenz keineswegs verstecken.

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Mon, 07 May 2012 08:42:00 -0700 Erste Eindrücke vom Europen Newspaper Congress http://bloghuette.posterous.com/erste-eindrucke-vom-europen-newspaper-congres http://bloghuette.posterous.com/erste-eindrucke-vom-europen-newspaper-congres

Beeindruckende Optiken: Einige der Award-Gewinner des Jahres

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Politiken aus Dänemark, Gewinner in der "Kategorie Fotografie (Bildschnitt)"

 

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Bild am Sonntag, Gewinner in der Kategorie "Visual Storytelling"

 

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Berliner Zeitung, Gewinner in der Kategorie "Visual Storytelling"

 

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Die Zeit, Gewinner in der Kategorie "Titelseite Wochenzeitung"

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Sat, 05 May 2012 14:49:00 -0700 European Newspaper Congress: Los geht's - noch nicht ganz http://bloghuette.posterous.com/european-newspaper-congress-los-gehts-noch-ni http://bloghuette.posterous.com/european-newspaper-congress-los-gehts-noch-ni

Einen besseren Zeitpunkt könnte es für mich eigentlich nicht geben, zum European Newspaper Congress zu fahren: In der Redaktion hätte mich nach dem fünften Abstieg meines geliebten "Effzehhs" aus der Bundesliga ja doch nur Hohn und Spott erwartet. In den kommenden drei Tagen habe ich also genug Zeit, mich an die erneute Zweitklassigkeit meiner Mannschaft zu gewöhnen. Und wo könnte man das besser, als in einem Land, das für zweitklassigen Fußball steht wie kein anderes:Österreich. Ich hoffe, meine Gastgeber werden mir diesen kleinen Seitenhieb nicht übel nehmen. Das ist meine Art der Frustbewältigung. Und trotz der deprimierenden sportlichen Ereignisse des vergangenen Tages freue ich mich - auf Wien, auf den Kongress und die vielen interessanten Themen und Referenten, die mich erwarten. Ein Blick in das Programm verrät: Das beherrschende Thema der Branche lautet noch immer: Die Tageszeitung und das Internet. Kein Wunder, auch bei der Rhein-Zeitung wird darüber ausgiebig diskutiert. Erfolgsrezepte wird es auch in Wien nicht geben, dafür aber interessante Anregungen. Es wird spannend sein, zu sehen, welchen Weg andere Tageszeitungen gehen wollen und zu überlegen, ob dieser Weg auch einer für die RZ wäre.

Apropos Weg: Meiner führt jetzt ins Bett, denn ausgeschlafen sein wollte ich schon, wenn es losgeht. Und irgendwann ist es auch Zeit, einen traurigen Tag wie diesen zu beenden. Mehr zum ENC und weniger zum 1. FC Köln gibt's bald an dieser Stelle.

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